DIE NEUSTEN ENTWICKLUNGEN -Herrschaft in Afghanistan: Uno-Mitarbeiterinnen für einige Zeit festgenommen


Die neusten Entwicklungen

Immer wieder kommen bei Anschlägen in Afghanistan Menschen ums Leben. Für die Frauen im Land verschlechtern sich die Lebensbedingungen. Die Taliban hatten am 15. August 2021 die Macht übernommen.

Ein Taliban-Kämpfer hält am Montag nach der Explosion vor der russischen Botschaft Wache.

Ein Taliban-Kämpfer hält am Montag nach der Explosion vor der russischen Botschaft Wache.

Ali Khara /Reuters

Die neusten Entwicklungen:

  • Die Taliban haben drei Mitarbeiterinnen der Uno-Hilfsmission Unama für einige Zeit festgenommen. Die Hilfsmission forderte die Taliban in einer Mitteilung am Montag (12. 9.) auf, die Einschüchterung der afghanischen Uno-Mitarbeiterinnen sofort zu beenden. Und sie appellierten «an die De-facto-Behörden, die ausdrücklichen Garantien für die Sicherheit aller in Afghanistan tätigen Uno-Mitarbeiter zu bekräftigen und durchzusetzen.» Der stellvertretende Sprecher der Taliban-Regierung, Bilal Karimi, wies die Anschuldigungen der Uno zurück.
  • Ein Uno-Experte hat am Montag (12. 9.) die Verschlechterung der Menschenrechtslage in Afghanistan seit der Machtübernahme der Taliban beklagt. Richard Bennett, der Uno-Sonderberichterstatter für die Menschenrechtslage in Afghanistan, beschrieb die Lage als einen «Abstieg zum Autoritarismus» und forderte radikale Veränderungen. «Die starke Einschränkung der Rechte von Frauen und Mädchen, die Repressalien gegen Oppositionelle und Kritiker sowie die Einschränkung der Meinungsfreiheit durch die Taliban kommen einem Abstieg in Richtung Autoritarismus gleich», sagte Bennett während einer Sitzung des Menschenrechtsrates. Das Mandat zur Beobachtung von Menschenrechtsverletzungen in Afghanistan wurde von dem in Genf ansässigen Rat vor fast einem Jahr nach der Machtübernahme der Taliban im vergangenen August eingerichtet und soll nun erneuert werden.
  • Bei einem Anschlag in der afghanischen Hauptstadt sind auch zwei Mitarbeiter der russischen Botschaft getötet worden. Das meldete das russische Aussenministerium am Montag (5. 9.). Es gehe eindeutig um einen Terroranschlag, den Russland verurteile, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag. «Und natürlich ist das Wichtigste jetzt, Informationen von vor Ort zu bekommen, was mit unseren Vertretern, unseren Diplomaten geschehen ist». Ein Sprecher der Taliban meldete der Deutschen Presse-Agentur ausserdem, dass bei der schweren Explosion vor der russischen Botschaft mindestens ein Zivilist getötet worden sei. Zehn weitere seien verletzt worden.
  • Die Vereinten Nationen fordern die Taliban zu Ermittlungen wegen schweren Missbrauchsvorwürfen gegen ein ranghohes Mitglied auf. Es gehe um eine Zwangsheirat und den Missbrauch einer Frau durch ein früheres Mitglied der De-facto-Regierung, hiess es in einem Tweet der Afghanistan-Mission der UN (Unama) am Freitag (2. 9.). Hintergrund ist ein seit Dienstag kursierendes Video einer jungen Frau, die sich als Elaha, Medizinstudentin und Tochter eines pensionierten Armeegenerals, vorstellt. Sie gibt an, vom früheren Sprecher des Taliban-Innenministeriums, Said Chosti, vergewaltigt und später in eine Ehe mit ihm gezwungen worden zu sein. Chosti bestätigte auf Twitter, mit Elaha verheiratet gewesen zu sein, bestreitet aber sämtliche Vorwürfe.
  • In Afghanistan sind laut Angaben der Vereinten Nationen sechs Millionen Menschen vom Hunger bedroht. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung sei auf humanitäre Hilfe angewiesen, schätzungsweise drei Millionen Kinder seien akut unterernährt, berichtete der Uno-Nothilfekoordinator Martin Griffiths am Montag (29. 8., Ortszeit) vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York.

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