Ankündigung bei Präsidiumssitzung: Klingbeil und Esken wollen SPD-Parteivorsitz übernehmen

Ankündigung bei Präsidiumssitzung:Klingbeil und Esken wollen SPD-Parteivorsitz übernehmen

Wahlkampfabschluss fuer die Bundestagswahl der SPD in Koeln Aktuell, 21.09.2021, Koeln, Lars Klingbeil gemeinsam mit Sa

Lars Klingbeil und Saskia Esken wollen gemeinsam den Parteivorsitz übernehmen.

(Foto: via www.imago-images.de/imago images/Political-Moments)

Das erklärten beide am Montag in einer SPD-Präsidiumssitzung. Das Präsidium nahm den Vorschlag an.

Von Philipp Saul

Der bisherige Generalsekretär Lars Klingbeil und Parteichefin Saskia Esken wollen die SPD künftig gemeinsam führen. Das erklärten beide am Montag in einer SPD-Präsidiumssitzung. Das Präsidium nahm den Vorschlag an. Zuvor hatte die Bild darüber berichtet.

Der 43 Jahre alte Klingbeil galt bereits vor seiner Ankündigung als aussichtsreicher Anwärter und kann sich berechtigte Hoffnungen machen. Er könnte ein Führungsduo mit der amtierenden Vorsitzenden Saskia Esken, 60, bilden. Deren Co-Parteichef Norbert Walter-Borjans, 69, hatte vor einigen Tagen bekannt gegeben, nicht wieder antreten zu wollen. Esken selbst will aber weitermachen.

In einem Interview im ARD-“Morgenmagazin” hatte Esken am Montag gesagt, dass sie sich gut vorstellen könne, künftig mit Lars Klingbeil eine Doppelspitze zu bilden. Sie arbeite mit dem SPD-Generalsekretär seit vielen Jahren eng zusammen, sagte Esken. Der 43-Jährige sei ein “Architekt der Erneuerung der SPD” und sie schätze ihn persönlich sehr. “Insofern ist das eine Konstellation, die ich mir sehr gut vorstellen kann.”

Fraglich ist, ob noch weitere prominente SPD-Politiker kandidieren wollen. In der Partei hieß es am Donnerstag, alle anstehenden Personalentscheidungen würden “ohne Kampf” getroffen. Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig wurde zwar als mögliche Bewerberin gehandelt. Weil aber Esken im Amt bleiben möchte, käme eine Kampfkandidatur Schwesigs überraschend.

Esken und Walter-Borjans hatten sich 2019 bei einem Mitgliederentscheid gegen mehrere andere Kandidatenteams durchgesetzt. Klingbeil war damals nicht angetreten, weil er keine Partnerin für eine Bewerbung als Duo gefunden hatte. Er steuerte die Partei aber durch die lange Zeit der Vorsitzendensuche.

Als Generalsekretär hielt Klingbeil die SPD zusammen und vermittelte bei Konflikten zwischen Olaf Scholz, Esken und Walter-Borjans. In diesem Jahr war Klingbeil für das Wahlkampfmanagement der Partei zuständig und führte die Sozialdemokraten mit Kanzlerkandidat Scholz erfolgreich zum Wahlsieg.

Ein Team aus Esken und Klingbeil würde nicht nur eine paritätisch besetzte SPD-Führung bedeuten, sondern auch verschiedene Generationen und Flügel der Partei abdecken. Klingbeil gehört zum eher konservativen “Seeheimer Kreis”, während Esken bei ihrer Wahl vor zwei Jahren vom linken Parteiflügel unterstützt wurde.

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