Unkrautvernichter Roundup: US-Richter weist Vorschlag Bayers zur Einigung mit Glyphosat-Klägern ab


Die nachgebesserten Vorschläge von Bayer seien zum Teil „klar unvernünftig“. Im Späthandel verlieren die Bayer-Aktien 1,4 Prozent.

Das von Monsanto hergestellte Unkrautvernichtungsmittel Roundup beinhaltet den umstrittenen Wirkstoff Glyphosat. Quelle: dpa

Unkrautvernichter Roundup

Das von Monsanto hergestellte Unkrautvernichtungsmittel Roundup beinhaltet den umstrittenen Wirkstoff Glyphosat.



(Foto: dpa)

New York Ein US-Richter hat den Vorschlag Bayers für den Umgang mit künftigen Klagen im Zusammenhang mit dem glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup zurückgewiesen. Der zuständige Richter in San Francisco, Vince Chhabria, wies Bayers Plan zurück und bezeichnete Teile davon als „klar unvernünftig“. Der Plan „würde viel für Monsanto“, aber „deutlich weniger für Roundup-Nutzer erreichen“, die derzeit gesund sind.

Das geht aus dem sechsseitigen Beschluss hervor, mit dem Chhabria in San Francisco den Antrag auf Genehmigung am Mittwoch zurückwies. Damit bleibt das heikle, aber wichtige Thema der möglichen Klagen von Menschen, die erst später erkranken könnten, ungelöst.

Der Plan sollte Teil des milliardenschweren Vergleichs wegen der angeblich krebserregenden Wirkung von Glyphosat sein. Mit dem Vergleich will Bayer eigentlich der enormen Klagewelle ein Ende setzen, die der Leverkusener Konzern mit der Übernahme von Monsanto auf sich gezogen hat.

Für die bisher vorliegenden Klagen von mehr als 125.000 Amerikanern, die Glyphosat für ihre Krebserkrankung verantwortlich machen, gibt es bereits eine feste Lösung. Diese Klagen will Bayer mit bis zu 9,6 Milliarden Dollar außergerichtlich beilegen. Dabei sind die Kläger fast ausschließlich Privatnutzer, die das Glyphosat unter der Marke Roundup zur Unkrautbeseitigung in ihren Gärten einsetzten.

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Aber es bleibt das Thema der zukünftigen Klagen von Meschen, die Roundup weiter benutzen und damit theoretisch weiterhin erkranken können. Da Roundup aber weiterhin frei verkauft wird, ist es wahrscheinlich, dass in den nächsten Jahren weiter gegen Bayer geklagt wird, wenn bei Nutzern Krebserkrankungen auftreten.

Für diese potentielle Klägergruppe hat Bayer sich mit den gegnerischen Anwälten auf ein besonderes Konstrukt geeinigt. Das sieht nicht nur bestimmte Entschädigungshöhen für künftige Kläger vor. Es sieht auch ein Expertengremium vor, das entscheiden soll, ob es den Zusammenhang zwischen Glyphosat und den Krebserkrankungen überhaupt gibt.

Die Vorwürfe gegen Glyphosat hat Bayer stets zurückgewiesen. Behörden weltweit haben das Mittel als nicht krebserregend eingestuft. Die Krebsforschungsagentur IARC bewertete den Wirkstoff 2015 jedoch als „wahrscheinlich krebserregend“. Auch verschiedene Studien, die die Klägeranwälte vorgelegt haben, legen einen Zusammenhang nahe.

Der Richter hatte bereits vergangene Woche Zweifel an den schon einmal nachgebesserten Plänen anklingen lassen. Im Späthandel verloren die Bayer-Aktien 1,4 Prozent.

Mit Agenturmaterial

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